Informationen

Auf dieser Homepage haben junge Bechterew Patienten Informationen zur Neurokognitiven Therapie
(NKT) für Sie zusammengestellt, um Ihnen einen ersten Einblick in diese Behandlungsmethode zu geben.
Wir würden uns sehr freuen, wenn noch mehr Patienten von Herrn Dr. Wüst sich daran beteiligen würden.

Beschreibung der NKT nach Dr. Wüst

Die Neurokognitive Therapie (NKT) stellt eine neue Therapieform dar, die bei einer Vielzahl von bislang als
unheilbar geltenden Krankheiten mit Erfolg angewendet werden kann. Sie ist auch wirkungsvoll bei Leiden,
die auf Autoagrression beruhen. Dazu gehören chronische entzündliche rheumatische Erkrankungen wie
z.B. der Morbus Bechterew und neurologische Krankheiten wie die Multiple Sklerose. Mit der NKT gelingt
es, die primären Ursachen autoaggressiver Prozesse im Zentralnervensystem aufzuspüren und mit
kognitiven Techniken psychologisch aufzulösen. Die NKT wurde von Dr. E. Wüst entwickelt und über Jahre
erprobt und verfeinert.

Die NKT wurde seit 1991 in Pilotprojekten bei Patienten mit Spondylitis Ankylosans (Morbus Bechterew)
getestet. Es hat sich gezeigt, dass sie eine dauerhafte und stabile Remission des Leidens bewirken
kann. Eine prospektive klinische Studie zum wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit der NKT bei
Morbus Bechterew ist schon seit langer Zeit geplant.

Die NKT ist keine Psychotherapie im herkömmlichen Sinne, obwohl sie mit psychologischen Mitteln arbeitet.
Sie zielt auf eine Beeinflussung funktioneller Störungen des Nervensystems ab, die aufgrund der Erfahrung
mit der neuen Therapie als ursächliche Faktoren von Erkrankungen der zuvor erwähnten Art anzusehen sind.
Dies geschieht durch Anwendung neuartiger kognitiver Techniken. Mit diesen ist es möglich, gezielt auf
das Nervensystem und damit auch auf andere Organsysteme einzuwirken. Grundlage der Therapie bildet
die „endogene Kognition“ (innere Wahrnehmung), eine bei fast allen Patienten durch ein kurzes Training zu
aktivierende innere Wahrnehmungsform organischer Strukturen.

Zur Aktivierung der endogenen Kognition regt der Therapeut bei dem in einen Entspannungszustand ver-
setzten Patienten durch zielgerichteten Dialog die Entwicklung innerlich entstehender Eindrücke und Gefühle
an, die sich auf seine organischen Strukturen beziehen. Wesentlich dabei ist, dass der Therapeut die innere
Wahrnehmung des Patienten durch Anregung von zahlreichen „kognitiven Transformationen“, die der Patient
zu vollziehen hat, steuert. Die für die NKT wichtigste Transformation ist die „Identifikation“ mit den bildhaft
wie emotional erlebten organischen Strukturen. Dabei muss sich der Patient körperlich, seelisch und auch
mental für projektive Prozesse öffnen. Durch die vom Therapeuten gelenkten kognitiven Transformationen
werden Reaktionen im Nervensystem bewirkt, die dann schließlich zur Auflösung bzw. Neutralisierung der
krankheitsauslösenden Störungen führen.

Der Patient muss bei der NKT aktiv mitarbeiten. Er muss die Wahrnehmungsprozesse realisieren, die vom
Therapeuten verbal gesteuert werden. Insofern ist der Patient bei dieser Therapieform eigentlich nicht
„Patient“ sondern Co-Therapeut.

Bei Krankheiten, die auf Autoaggression beruhen, kann zwischen einer Außen- und Innensicht unterschieden
werden. Die „Außensicht“ umfasst alles, was mit dem Gesamtspektrum medizinisch- technischer Untersu-
chungsmethoden erfasst werden kann, also mit Mitteln und Methoden, die auf der normalen äußeren Wahr-
nehmung beruhen. Die „Innensicht“ hingegen entsteht ausschließlich durch Anwendung der Methoden der
inneren Wahrnehmung. Sie beruht auf therapeutisch initiierten inneren Bildern und den damit verbundenen
Emotionen und körperlichen Reaktionen. In der Innensicht manifestieren sich Ursachen, die mit den „äuße-
ren“ Methoden medizinischer Diagnostik nicht ausgemacht werden können. Während sich in der Außensicht
Organe und organische Strukturen als rein physische Objekte darstellen, lässt die Innensicht im Zusam-
menwirken von Physis und Psyche Eindrücke eigener Art von psychoorganischen Prozessen entstehen, die,
begründet in der besonderen Methodik der NKT, eine mit klassisch- medizinischer Analyse nicht mögliche
Ursachenfeststellung ermöglichen.

Bei Morbus Bechterew und anderen autoaggressiven Erkrankungen zeigt sich mittels der endogenen Kogi-
nition, dass zu den Ursachen auch nervale Störungen gehören. Zur Charakterisierung dieser ursächlichen,
die Krankheit eigentlich auslösenden Störungen, eignet sich der Begriff „Fokus“ (Herd). Stets ergab sich bei
Bechterew- Patienten, dass im Zentralnervernsystem ein primär krankmachender Herd vorhanden ist. Von
diesem gehen störende Einflüsse aus, die den Krankheitsprozess „zünden“ und vorantreiben. Der primäre
Fokus, der sich stets im Gehirn manifestiert, wird in der inneren Wahrnehmung als ein aggressives Zentrum
empfunden, das aggressiv- dominant nachgeordnete Strukuren negativ beeinflusst. Das erste Ziel der NKT
ist es daher, diesen primären aggressiven Fokus zu ermitteln und zu neutralisieren. Gelingt dies, ist eine
vollständige Remission des Leidens möglich.

Die NKT des Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) und verwandter autoaggressiver Leiden (wie z.B.
die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen) erfolgt in drei Stufen.

Stufe 1
Zu Beginn der Therapie wird die innere Wahrnehmung aktiviert. Das Wahrnehmungstraining („Endogenes
Training“) beginnt sofort damit, dass versucht wird, die primäre Störung aufzuspüren. Ist sie identifiziert,
wird sie durch verschiedene Wahrnehmungs- Transformationen analysiert und schließlich aufgelöst. Ist dies
gelungen, ist der eigenliche „ Motor“ der Erkrankung beseitigt. Dieser Therapieabschnitt erfordert bei jünge-
ren Patienten durchschnittlich 10 Therapiesitzungen.

Stufe 2
In ihr erfolgt die Therapie der „sekundären Störungen“. Sie betreffen Nervenstrukturen, die mit der Steuerung
organischer Prozesse zu tun haben. Als behandlungsbedüftig stellen sich hauptsächlich Bahnen dar,
die - von Gehirnzellen ausgehend - durch das Rückenmark ziehen und über ihre Ausläufer auch mit den von
der Krankheit betroffenen Organen verbunden sind. Die Bedeutung dieser Bahnen für den Heilungsprozess
liegt darin, dass sie im gesunden Zustand einen Signalstrom zu den Organen leiten, der die Lebensprozesse
der organischen Zellen steuert. Dieser lebenswichtige „Vitalstrom“, der auch Regeneration und Heilung bewirkt,
wird durch eine Anzahl von Störungen in den Bahnen blockiert. Die Wiederherstellung der Funktion der Bahnen
ist eine notwendige Voraussetzung für die angestebte Remission des Leidens. Die Anzahl der für den zweiten
Therapie - Abschnitt erforderlichen Sitzungen ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich.

Stufe 3
Hier erfolgt die Therapie der von der Krankheit betroffenen Organe. In der inneren Wahrnehmung manifes-
tieren sich alle behandlungsbedürftigen organischen Strukturen. Es gilt die Regel: Je mehr Strukturen betrof-
fen sind, umso mehr Therapie-Sitzungen werden für diesen dritten Therapieabschnitt benötigt. Werden alle
Probleme der Stufen 1-3 gelöst, kommt es (zumindest in den allermeisten Fällen) zur vollständigen Remission,
also zur „Befreiung“ vom Leiden. Dabei beginnt die erste spürbare Besserung bei den meisten Patienten
erst nach Abschluss der zweiten Stufe.

Wie läuft die Therapie konkret ab?

Die NKT erfolgt in einzelnen Therapiesitzungen. Eine Sitzung dauert 90 Minuten (so lange kann ein Patient
die nötigen konzentrativen Leistungen erbringen). Zwei Sitzungen pro Tag sind problemlos zu bewältigen.
Wärend einer Sitzung liegt der Patient auf einer Liege in einem abgedunkelten Raum. Er befindet sich in
einem wachen, aber entspannten Zustand. Der Therapeut steuert die Wahrnehmungsprozesse des Patienten
verbal. Er gibt bestimmte Anweisungen, die vom Gehirn des Patienten ausgeführt werden. Diese Interaktion,
die nach bestimmten Regeln abläuft, hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der Art und Weise der Bedienung eines
Computers. Der Therapeut ist dabei im übertragenen Sinn der Benutzer und das Gehirn des Patienten der
Computer.

Das therapeutische Subjekt
Die NKT beruht darauf, dass durch die Identifikation des Patienten mit einer sich in der inneren Wahrneh-
mung darstellenden gestörten Struktur ein therapeutisches Subjekt („T-Subjekt“) erzeugt werden kann, dass
über Fähigkeiten des Wahrnehmens, Verstehens und Lernens verfügt. Der Therapeut kommuniziert mit die-
sem Subjekt ( und nicht mit dem Patienten), um ihm zu bestimmten Einsichten zu verhelfen.

Ein T-Subjekt manifestiert immer eine bestimmte Haltung und Einstellung, die es zu korrigieren gilt. Bei-
spiel: das primäre T-Subjekt, also das Subjekt („Ich“), das durch Identifikation mit dem inneren Phänomen
der primären Störung generiert wird, betrachtet sein Umfeld, also die umgebenden Gehirnstrukturen, immer
als feindlich. Mit unserer Hilfe begreift bzw. lernt es, dass es sich in dieser Hinsicht fundamental irrt, dass
die perifokalen Strukturen an seinem desintegrierten, „ausgegrenzten“ Zustand völlig unschuldig sind.

Ist dies gelungen, fällt die aggressive Haltung von diesem T-Subjekt -das sich bis dahin als ein krankes böses
Machtzentrum dargestellt hat - ab, sodass die entsprechenden Gehirnzellen dann problemlos in das System
reintegriert werden können.

Bei den T-Subjekten der gestörten Bahnen und Organe finden wir in der Regel Haltungen von Abwehr und
Angst. Sie werden kommunikativ durch Wahrnehmunsprozesse aufgelöst, die zur Einsicht bzw. Überzeu-
gung führen, dass es keinen Grund mehr gibt, sich schützen zu müssen. Insbesondere lernen sie mit unse-
rer Hilfe, dass das „böse Zentrum“ (oder die „böse Zelle“) im Gehirn nicht mehr existiert, dass quasi der
„Krieg“ vorbei ist und der positive Vitalstrom von den Gehirnzellen wieder ankommt um sie zu versorgen.

Hat ein T-Subjekt dies begriffen, wird es vom Therapeuten zum „Loslassen“ ermutigt. Das Loslassen ist ein
Prozess des völligen sich Entspannens auf allen Ebenen: körperlich, seelisch und mental. Es ist gleichbedeu-
tend mit „ sich öffnen“: im Moment des Loslassens beginnt der vitalisierende Strom einzufließen und man
nimmt wahr, dass der regenerative Prozess beginnt.

Statistische Bemerkungen
Das Ziel der NKT ist die „Befreiung“ vom Leiden, also eine vollständige, dauerhafte und stabile Remission.
„Stabil“ heißt, dass der Patient nach der Therapie wieder voll belastbar ist, sowohl physisch, als auch psy-
chisch (Sport, Stress usw.) Haben die Patienten das „ideale“  Alter für diese Therapieform  - sind sie bei Be-
ginn der Therapie zwischen 20 und 40 Jahre alt - kann das Therapie-Ziel bei 60- 80% der Patienten erreicht
werden. Natürlich können auch Patienten erfolgreich therapiert werden, die älter oder jünger sind. Der volle
Erfolg setzt natürlich voraus, dass die Therapie nicht abgebrochen wird.
Die Therapie ist (vorläufig) abgeschlossen, wenn a) der Patient - ohne Medikamente- keinerlei Beschwerden
mehr hat und  b) keine Struktur mehr - gemäß den inneren Wahrnehmungskritierien - behandlungsbedürftig
ist. Gelegentlich ergibt sich die Notwendigkeit einer Nachbehandlung, z.B. wenn wir eine behandlungs-
bedürftige Struktur übersehen haben, oder eine Struktur in eine angespannte Haltung zurückgefallen ist.
Das Ziel aber ist immer die dauerhafte Beschwerdenfreiheit. Nach erfolgreicher Therapie kann und soll der
Mensch sein Leiden vergessen!

Redaktionelle Bemerkungen
Die Redaktion fühlt sich nicht kompetent genug, um Fragen zur NKT zu beantworten. Falls Sie Fragen zur
NKT haben, schreiben sie uns bitte eine Mail mit dem Stichwort „Kontaktdaten Dr. Wüst“. Wir geben Ihnen
gerne die Kontatkdaten von Herrn Dr. Wüst.